Küchenchef Domenico Laddaga
Küchenchef Domenico Laddaga
Ich koche aus einer einzigen Gewissheit heraus: Wenn die Rohware echt ist, spricht das Gericht für sich. Es interessiert mich nicht, Aromen mit Effekten zu „konstruieren“ – mich interessiert es, sie zu erkennen und zu respektieren. Eine Tomate muss nach Sonne schmecken, eine Almbutter nach Milch und Weide duften, ein Kraut, im richtigen Moment geerntet, muss diese klare Note haben, die einen kurz innehalten lässt. Meine Arbeit beginnt lange vor dem Herd: Ich wähle aus, koste, wähle erneut. Ich suche saubere Hände hinter jedem Produkt – Menschen, die die Erde, die Zeit und die Tiere respektieren. Denn in der Küche lässt sich vieles korrigieren, aber Qualität lässt sich nicht erfinden.
Ich bin in Apulien geboren, und Apulien hat mich das Wesentliche gelehrt. Dass Öl kein letzter Schliff ist, sondern eine Zutat, eine Stimme. Dass Gemüse kein „Beilagen“-Thema ist, sondern Herzstück. Dass Einfachheit keine Armut ist, sondern Präzision. Ich trage dieses Gefühl von Licht in mir: die Säure, die erfrischt, die Bitterkeit, die klärt, das Salz, das Maß sein muss und kein Lärm. Und vor allem die Überzeugung, dass Gutes nicht verkleidet wird – es wird respektiert.
